Mit 84 Jahren war Rainer Spänkuch bei den German Open der älteste Volunteer - und hat noch viele Einsätze im Visier
Alter schützt vor Einsatz nicht
Im August wird Reiner Spänkuch 84, aber der älteste Volunteer bei den am Sonntag zu Ende gegangenen German Open hat noch keine Lust auf Müßiggang. Im Gegenteil. Gestern Abend stand in Berlin sein nächster Einsatz als freiwilliger Helfer an, im Olympiastadion der Hauptstadt beim Fußball-Länderspiel gegen Brasilien. Und im Juni geht es dann auf große Reise: Zu den Seniorenweltmeisterschaften der Tischtennis-Senioren im kalifornischen Las Vegas.
Willi Baur 26.03.2018

Bremen. Im August wird Reiner Spänkuch 84, aber der älteste Volunteer bei den am Sonntag zu Ende gegangenen German Open in Bremen hat noch keine Lust auf Müßiggang. Im Gegenteil. Gestern Abend bereits stand in Berlin sein nächster Einsatz als freiwilliger Helfer an, im Olympiastadion der Hauptstadt beim Fußball-Länderspiel gegen Brasilien. Und im Juni geht es dann auf große Reise: Zu den Seniorenweltmeisterschaften der Tischtennis-Senioren im kalifornischen Las Vegas.

„Einmal Volunteer, immer Volunteer“, sagt der rüstige Leipziger und lacht. „So lange es Spaß macht“, wolle er weitermachen, lässt der gebürtige Thüringer durchblicken, der jetzt in Leipzig wohnt und hier auch seine Premiere als ehrenamtlicher Mitarbeiter bei einer Großveranstaltung erlebt hat.

„Das war bei der Fußball-WM 2006“, erinnert sich Spänkuch, da sei er im Transportbereich tätig gewesen. Was wohl naheliegend war aufgrund seiner beruflich erworbenen Kompetenzen: Eine Ausbildung bei der Deutschen Post der damaligen DDR, gefolgt von einigen Dienstjahren im Logistikbereich und einem Besuch der Ingenieurschule Leipzig für das Post- und Fernmeldewesen. 

Dann ein Fernstudium an der Verkehrshochschule Dresden und bis zur Wende schließlich ein Arbeitsplatz in der Verkehrsleitung der Post in Leipzig. Nach der Wiedervereinigung schließlich noch ein paar Jahre bis 1999 in der Bonner Zentrale. „An meinem letzten Arbeitstag konnte ich da noch mein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern“, bemerkt der Ruheständler nicht ohne Stolz.

Frau Spänkuch lässt den Gatten gerne ziehen

Noch deutlich länger ist sein persönlicher Bezug zum Tischtennis. 1949 griff er bei Chemie Bad Blankenburg erstmals zum Schläger, heute spielt er in der Sportgruppe der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig. Auch das womöglich ein Faktor für seine ausgeprägte Fitness als solide Basis einer bemerkenswerten Volunteers-Karriere.

Die übrigens weit über seine Schwerpunkte Tischtennis und Fußball hinaus geht. Welt- und Europameisterschaften im Hallenhockey, Fechten und Schwimmen finden sich in seiner Einsatzliste, aber die glanzvollsten Ereignisse konzentrieren sich fraglos auf die Lieblingsdisziplinen.

Mit dem Höhepunkt schlechthin, dem Champions League-Finale in Berlin vor zwei Jahren. „Absolute Spitze war das, die Atmosphäre unvergleichlich“, schwärmt Reiner Spänkuch und dankt in diesem Zusammenhang auch seiner Frau für seine zeitlichen Freiräume. „Sie ist sehr tolerant und großzügig“, schätzt der Vielfach-Volunteer, „ansonsten kann man das nicht machen“.

Vom Fußballplatz ins Schloss Bellevue

„Zunächst wollte ich einfach etwas für die Gesellschaft tun“, beschreibt er sein Motiv für das ehrenamtliche Engagement. „Dann bin ich immer mehr auf den Geschmack gekommen.“ Schön sei vor allem, „immer wieder die gleichen Gesichter zu treffen, manchmal auch auf neue“. Beim Tischtennis insbesondere freut er sich stets auf „die Gelegenheit, ganz nah an den Aktiven dran zu sein“.

Ausgezeichnet worden ist er für sein Engagement auch schon und zwar durch eine Einladung der besonderen Art: Vom Bundespräsidenten höchstpersönlich zu dessen Gartenfest im Schloss Bellevue. Eine weitere gut gemeinte Einladung dagegen wäre fast schiefgegangen. Mit den Fußballern von RB Leipzig, wo Spänkuch seit vier Jahren als Besucherlenker ehrenamtlich tätig ist, war er als Dankeschön zu einem Auswärtsspiel nach Dortmund gefahren. Dort geriet die Besuchergruppe vor dem Stadion in einen Hagel aus Steinen, Büchsen und anderen Wurfgeschoßen. „Danach waren wir froh, als wir wieder heil zuhause waren.“

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